Willkommen auf der Homepage des Frankfurter Verkehrssoziologen Alfred Fuhr

"Was bedeutet die Bewegung?"*

*Anfangszeile von  " Westöstlicher  Diwan"  von Johann Wolfgang von Goethe.

    

"Jedes Land hat die Autofahrer hervorgebracht, die es verdient."(Alfred Fuhr)

Als Frankfurter Verkehrssoziologe kommentiere ich die Lust und den Frust an der Automobilität weil ich die individuellen und paradoxen Verhaltensweisen von Menschen im Straßenverkehr als Ausdruck des Habitus der automobilen Gesellschaft interpretiere und die wissenschaftlichen Grundlagen mit einfachen verständlichen Worten für Beiträge in Medien aufbereite. 

Meine Themen- Statements aus der Verkehrssoziologie

Soziologie und Historie der Automobilitas.                                                                                                       Empirisch abgesicherte Statements und verständlich formulierte Beschreibungen  der Paradoxie von Lust und Frust an der individuellen Selbstbeweglichkeit.

Verkehr als Ganzes ist etwas anderes, als die Summe seiner Verkehrsmittel und Verkehrsteilnehmer, er besitzt eine soziologische Gesetzmäßigkeit eigener Art, auf die niemals allein bei der Betrachtung seiner einzelnen Teile geschlossen werden kann.

Der Habitus der automobilen Gesellschaft -

Was wissen wir wirklich über eine Gesellschaft, die von einem historischen Schub zur Invidualisierung und der Selbstbeweglichkeit und Selbstverwirklichung angetrieben nun auch noch digitalisiert wird?

Von 1998- 2010 habe ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Gründer und Leiter des AvD- Institutes für Verkehrssoziologie angeregt durch die Arbeiten des leider inzwischen verstorbenen Soziologen Ulrich Beck meine verkehrssoziologische  Expertise und einen praxissoziologischen Denk- und Beratungsansatz  entwickelt, den ich seit meiner Gründung von Fuhrwerk dem Bureau für die Kundensoziologie der automobile Gesellschaft  nun als Berater anbiete.

Der Autoverkehr ist ein gutes Beispiel für eine notwendige Balance zwischen Fremd- und Selbstregulierung in einer Gesellschaft.

Statements zur Risikogesellschaft, die im Stau steht.

Stau. Eine  "meditative Streikform der reflexiven Moderne"?

"Autofahrer sind Glieder einer Kette, die sie selber binden. Diese Ketten sind aber nicht sichtbar wie die Eisenketten oder der Stau oder die überholenden Fahrzeuge. Der Strassenverkehr zeigt uns die Eigengesetzlichkeiten der Beziehung zwischen Menschen auf."

Ich stelle der Öffentlichkeit und Unternehmen und Verbänden Risikofeststellungen über die Paradoxie der automobilen Gesellschaft zur Verfügung.  Seit 2003 engagiere ich mich ehrenamtlich für den 1975 gegründeten Berufsverband der deutschen Soziologinnen und Soziologen (BDS) für die Leistungen der Praxissoziologie. Nach meinem Master Studium "Communication & Leadership" an der Quadriga Hochschule in Berlin habe ich 2011 Fuhrwerk - das Bureau für die Kundensoziologie der automobilen Gesellschaft gegründet. Aus meinen Arbeiten über den Nutzen der Telematik (2001) heraus entwickelte sich eine soziologische Sicht auf die Digitalisierung und die Relevanz der Verkehrsdaten, eine Risikifesstellung der automobilen Weiterentwicklung zur bereits teilweise realisierten Möglichkeit des vernetzten teilautomatisierten Fahrens und ihren Möglichkeiten und ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz. Als zielkundenfinder arbeit ich aktiv am Projekt "Zeit für Nachhaltigkeit- Energie City Center Leipzig" mit, um die Leistungen der Elektromobilität und der LED und Informationstechnologie  an einem öffentlichen Ort, dem Hauptbahnhof den Menschen näher zu bringen. 

Verkehrsunfälle soziologisch gesehen

"Die individuellen Ausreißer, die Raser, wichtiger zu nehmen als den Verband, der sie hervorbringt, die automobile Gesellschaft, ist ungefähr genau so sinnvoll, wie ein Haus nur als einen Haufen vieler einzelner Steine anzusehen."

Wenn Autofahrer kein hohes Maß an Selbstregulierung haben, dann nutzen die schönsten Verkehrsregeln nichts.

Natürlich kann man versuchen aus Statistiken, also aus Teilmengen, die von Organisationen wie der Polizei stammen, die die Blitzermarathon Aktion ja auch durchgeführt hat, einen Durchschnitt ziehen oder aus diesen Zahlen Handlungsempfehlungen konstruieren. vielleicht hilft dabei die kluge Einsicht (aus der Gestalttheorie) die zunächst einmal verstörend wirkt, die aber einen ganz einfachen Tatbestand aufzeigt, der in der Verkehrssicherheitsarbeit oder bei der Debatte um die Raser meist vergessen wird:
Ein Ganzes ist etwas anderes ist, als die Summe seiner Teile, besitzt eine Gesetzmäßigkeit eigener Art, auf die niemals allein bei der Betrachtung seiner einzelnen Teile geschlossen werden kann. 

 

Was unserem Denken Halt geben könnte, sind eigentlich einfache in der Schule im Musikunterricht vermittelte Erkenntnisse, die wir schlicht vergessen haben. Eine Melodie besteht aus nichts als einzelnen Tönen und ist dennoch etwas anderes ist als deren Summe.

Vielleicht ist es nicht ganz unnütz, sich mit Hilfe einer soziologischen Theorie den komplexen Verhältnissen im Straßenverkehr zu nähern und sich dazu Gedanken über die "unsichtbare automobile Gesellschaft" zu machen, anstatt nur über die individuellen Vergehen und Auffälligkeiten und Fehlleistungen von Autofahrern zu sprechen?

Geschwindigkeitsübertretungen und auch Unterschreitungen kann man messen, aber nicht gemessen werden kann aber z.B. die Konzentrationsfähigkeit beim Fahren, oder die Ablenkung durch Handynutzung und sogar SMS schreiben während der Fahrt. obwohl diese Gefahren, die aus der Komfortzone Auto erwachsen, für die Entwicklung der Unfallzahlen in Zukunft mindestens genau so wichtig sind. Es ist daher nicht ausreichend nur die individuellen messbaren und sichtbaren Gefahren zum Thema in der Öffentlichkeit zu machen, sondern wir müssen über die Entwicklung und die Strukturen der automobilen Gesellschaft reden, über das Selbstbewußtsein einer Gesellschaft, die über sich selbst nichts erfährt, auch wenn sie selbst fährt.  
Radar Messungen beim Blitzmarathon zeigen, dass viele Autofahrer inzwischen zu langsam unterwegs sind. Es scheint eben beides zu geben, das Rasen und die Entschleunigung als Habitus auf den Straßen. Es gibt eine Mischung von Fahrstilen und Strategien der Mobilität, die damit, im alltäglichen Umgang miteinander ein sehr hohes Konfliktpotential hat, wenn der eilige auf den entspannten Fahrer trifft. 
Was wissen wir wirklich über eine Gesellschaft, die von einem historischen Schub zur Invidualisierung und der Selbstbeweglichkeit und Selbstverwirklichung angetrieben wird? Was wissen wir über die Erwartungshaltung der Menschen, die eine Struktur - eine automobile Gesellschaft der Individuen - hervorgebracht hat, die nun auf dem Sprung ist eine automobile digitale Gesellschaft zu werden?
 
"Ich habe Mengenlehre nie gemocht, aber ich habe behalten, dass sich aus Einheiten geringer Mächtigkeit Einheiten größerer Mächtigkeit ergeben, die aber nicht verstanden werden können, wenn man ihre Teile isoliert und unabhängig von diesen ihren Beziehungen zueinander betrachtet.Offenbar gibt es aber in der Debatte gar nicht so etwas wie eine Gesellschaft, offenbar gibt es für Experten und deren Wirklichkeit nur einzelne Individuen.
"Und denen, die derart, im genauen Sinn der Worte, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen (können, wollen, dürfen?) sollte der Hinweis auf Mengenlehre oder eben das Bild vom Haus und den Steinen einen Denkanstoß geben: ... "Daß die Individuen "wirklicher" sein als die Gesellschaft, ist nichts anderes als ein Ausdruck dafür, daß die Menschen (die in den Medien den Ton angeben und Redakteure mit solchen Fragen los schicken...) die diese Meinung vertreten die Individuen für "wichtiger" halten, und den Verband, den sie bilden, die Gesellschaft für "unwichtiger". (Norbert Elias)

"Was uns fehlt - machen wir uns das ruhig einmal klar - sind Denkmodelle und eine Gesamtvision, kraft deren wir uns beim Nachdenken verständlich zu machen vermögen, was wir in Wirklichkeit täglich vor Augen haben, kraft deren wir uns verständlich machen können,wie die einzelnen Menschen miteinander etwas bilden, das mehr, das etwas anderes ist, als viele einzelne Menschen zusammen- wie sie eine "Gesellschaft" bilden- und wie es kommt, dass sich diese Gesellschaft in bestimmter Weise verändern kann, daß sie eine Geschichte hat, die so, wie sie wirklich verläuft, keiner der einzelnen Menschen, die sie bilden, beabsichtigt, bezweckt oder geplant hat. Aristoteles hat einmal, um ähnlicher Schwierigkeiten Herr zu werden auf ein einfaches Beispiel verwiesen, auf das Verhältnis von Steinen und Haus. Und hier hat man in der Tat ein simples Modell, das zeigt, wie viele einzelne Elemente zusammen eine Einheit bilden, deren Aufbau sich nicht von ihren einzelnen Elementen her verstehen lässt.Denn man kann gewiß die Struktur des ganzen Hauses nicht begreifen, wenn man jeden der einzelnen Steine, die es bilden, isoliert und für sich betrachtet; man kann sie auch nicht begreifen, wenn man in Gedanken an das Haus heran geht, als ob es summative Einheit, als ob es ein Haufen von Steinen wäre:es mag nicht ganz nutzlos für das Verständnis des ganzen Hauses sein, aber es führt sicherlich auch nicht sehr weit, wenn man eine statistische Bestandsaufnahme aller einzelnen Bausteine macht und den Durchschnitt zieht." (Norbert Elias)

Verkehrsblindzeiten, Ablenkung und Virtualisierung der Wahrnehmung. Risiken die im Komfort moderner Fahrzeuge sich eingenistet haben.

Es geht offenbar ans Eingemachte, es ist riskant, das Ganze sich nicht als ein harmonisches oder weniger harmonisches Gebilde vorzustellen. Gesellschaften aber haben - das können wir bei Elias aber stets aufs neue wieder lernen, "... nicht eine derart anschauliche Gestalt; sie besitzen nicht Strukturen, die sich unmittelbar im Raume sehen, hören, ("blitzen") oder greifen lassen. Sie sind, als Ganzes betrachtet, immer mehr oder weniger unabgeschlossen: sie bleiben, wo man auch mit der Betrachtung einsetzt, in der Sphäre der Zeit, nämlich nach der Vergangenheit und der Zukunft hin offen... Was die Menschen aneinander bindet ist nicht Zement."

 

Im Straßenverkehr herrscht große Bewegungsfreiheit und neben geregelten Verhältnissen gibt es eben zugleich eine verborgene und nicht mit Sinnen zu greifende Ordnung. Autofahrer sind Glieder einer Kette, die sie selber binden. Diese Ketten sind aber nicht sichtbar wie die Eisenketten oder der Stau oder die überholenden Fahrzeuge. Der Strassenverkehr zeigt uns die Eigengesetzlichkeiten der Beziehung zwischen Menschen auf. 

Sind hohe Unfallzahlen das Ergebnis einer geängstigten Gesellschaft, in der die persönliche Selbstkontrolle gestört ist ?

Das Bild "Die Zukunft" des Malers Hubertus von Herkommer ist um 1900 herum entstanden und ist eine  Allegorie auf die riskante Entwicklung der Automobilität. Die Zukunft ist blind - aber sie fährt Auto. 

Risikofeststellungen zum vernetzten teilautonomen Fahren

"Das autonom fahrende Auto wird, falls es je kommt,  als Typenbezeichnung die 007 haben. Denn der Algorhitmus braucht eine Lizenz zum Töten - eine für uns kaum vorstellbar Prgrammierung. der ihm erlaubt eine automatisierte Entscheidung über Leben und TOD von Menschen in Bruchteilen von Sekunden zu treffen. "

Bilder meinem Vortrag zu den Nebenfolgen  der Abenteuer der Kommunikation am Steuer und des autonomen Fahrens: "Mein Auto hat ein schlechtes Gewissen"

http://www.technologyreview.com/view/542626/why-self-driving-cars-must-be-programmed-to-kill

Quelle:

 

https://www.linkedin.com/pulse/algorithm-ethics-next-chapter-joerg-blumtritt?trk=hb_ntf_MEGAPHONE_ARTICLE_POST

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Mein Auto hat ein schlechtes Gewissen
Vortragstext für Veranstaltung von Verkehrsplanern
Text Vortrag Alfred Fuhr beim 23. VSVI
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Alfred Fuhr VSVI Vortrag Folien.pptx
Microsoft Power Point Präsentation 10.1 MB

"Man muß um die automobile Gesellschaft und ihre Verhältnisse im Straßenverkehr zu verstehen, vom Aufbau des Ganzen ausgehen,  um die Gestalt der einzelnen Teile zu verstehen. Hilfreich ist dafür, sich das "Ganze Bild", als ein Bild der Gesellschaft eine Gruppe von Tänzern vorzustellen."

Man kann dazu alles her nehmen, was es an Tänzen gibt, was wir kennen: die höfischen Tänze, eine Gruppe die Walzer tanzt, eine Bauernpolka,Tanzschulerfahrungen, oder ein Ballett. Oder die wild zuckenden artistischen Hip hop oder Techno Tänzer.

Die Schritte, die Verbeugungen, die Gesten, die Bewegungen, die gymnastischen Verrenkungen, der Stil, der Hüftschwung, die individuellen Bewegungen sind vom Betrachter aus gesehen, stets auf die anderen abgestimmt, sei es die Partner, oder auch das Bild, das wir abgeben möchten, oder wie wir selber tanzen können.

Folgt man Elias Gedankengang, dann stellen sich die Verhältnisse nicht so einfach dar: Ob man den Sinn, die Funktionen der Bewegungen verstehen könnte, wenn man nur jedes der einzelnen tanzenden Individuen für sich selbst betrachtet? No way! Um die Bedeutung zu verstehen, die im Tanz liegt, reicht es auch nicht aus, das Verlangen danach zu ermitteln. Was fehlt ? Die unsichtbare Ordnung, die Funktion, den Sinn hinter dem Phänomen des Tanzes für das Ganze - er bleibt unsichtbar.

Ob und wie fest bis zu welcher Tiefe diese Form den Einzelnen bindet, um in dieser Frage weiter zu kommen, dazu bedarf es einer grundlegenden Bereitschaft Denken und die eigene Berichterstattung "über Raser" einer Revision zu unterziehen:

Es geht beim Blitzmarathon immer auch um das unsichtbare Selbstbewußtsein der automobilen Gesellschaft, die über sich selbst nichts erfährt, auch wenn sie selbst fährt. Egal ob sie schleicht oder dahin rast. 

Möchten Sie für ihre nächste Veranstaltung als Auftakt und als Auflockerung der kleinen grauen Zellen ihres Publikums und der Experten einen kreativen Impuls von   "einem der renommiertesten Verkehrssoziologen Deutschlands"  (SWR) ?

Beginnen Sie ihre nächste Veranstaltung doch einfach einmal mit einer gut recherchierten, interessanten soziologischen Betrachtung alltäglicher Verhaltensweisen.

Profitieren sie von meiner Expertise und holen sie sich die Erfahrung aus 20 Berufsjahren in Projekten und Marketingkooperation und einer  erfolgreichen Verkehrssicherheitsarbeit an ihre Seite.

Wünsche? Termine? Anfragen?

Dann: Kontaktieren Sie bitte  die FRAU  an meiner Seite.

Elka Sloan M.A.

Ruf : ++49  (0) 69 59791171

Mail: elkasloan@yahoo.de

Sollte ihnen was dazwischen kommen. Kein Problem. Stornieren Sie. Wir halten uns an dem gelernten und seit Jahrhunderten bekannten  einfachen Grundsatz der Fuhrleute:

„Wer eine bestellte Leistung wieder absagt, zahlt die Hälfte des bestimmten Preises, wer aber die Abbestellung versäumt,  das Ganze."     (https://de.wiktionary.org/wiki/Fuhrwerk)