Der rollende Universalmonitor.

Von Alfred Fuhr

 Zu hohe und nicht den Verhältnissen angepasste Geschwindigkeit die Hauptursache für Autounfälle. Im Flugzeug können aber deutlich höhere Geschwindigkeiten erreicht werden. In einem Kampfjet führt die Geschwindigkeit beim Flug in Bodennähe dass eine Technologie entwickelt werden musste,  die bei Hindernissen deutlich schneller reagieren muss, als es die menschliche Reaktion des Piloten es erlaubt. Die Geschwindigkeit zu meistern ist also ein Fortschritt, der zu allen Zeiten von uns Menschen sowohl Kontrolle erfordert als auch die Einsicht in deren Unkontrollierbarkeit durch die langsame menschliche Reaktionszeit. In Echtzeitmedien und im Internet wird Information in Lichtgeschwindigkeit "live" übertragen, diese Technologie wandert nun in die Automobile ein und Sensoren tasten die Umgebung ab. 

 

Das intelligente selbstfahrende Auto der 50 er  Jahre (hier die Darstellung eines Stromkonzerns) konnte  auf der Autobahn funktionieren.  Die Strecke ist relativ gerade und es gibt keinen Gegenverkehr, keine Querstraßen, keine Fußgänger, keine Fahrradfahrer. Das Auto fuhr ganz allein, es gab Gas, bremste oder blinkte, überholte und hielt vorschriftsmäßig Abstand, ganz ohne Zutun des Fahrers. Der konnte  mit den Mitfahrerinnen und Fahrern spielen oder Zeitung lesen. (Quelle Wikipedia)

Bereits heute existieren im Auto zahlreiche elektronische Helferlein wie Geschwindigkeitssensoren, Stabilitätsprogramme, die verhindern, dass das Auto aus der Kurve getragen wird,  Abstandswarner oder eine automatische Notbremsfunktion.

Regensensor, Kurvenlicht, Müdigkeits- und Verkehrszeichenerkennung, Vorlese-Funktion für Nachrichten, Info- oder Entertainment. Verschiedene Assistenzsysteme lotsen uns durch den Verkehr, sie  halten automatisch die Spur, die Geschwindigkeit, den Abstand zum Vordermann ein. Digitale Karten und GPS-Daten, auf die man sich unterwegs gern verlässt, sind aber noch zu ungenau. Sie können bis zu zehn Meter abweichen....

Ungelöste technische Probleme sind eine Sache, die Akzeptanz bei den Kunden eine andere.

 

Beim computergesteuerten Pkw gibt es neben den technischen Hürden aber auch eine psychologische Hemmschwelle. Entscheidend für den Erfolg der Systeme ist deswegen vor allem die Bereitschaft und der Wunsch der Autofahrer, die Kontrolle an das Auto abzugeben.

 

 

Damit das Auto diese Situation dann überbrücken kann und über das Internet als "Universalmonitor"  der Welt sich schnell finden und sich selbst steuern kann, dazu müssten sich aber auch die Autos untereinander und mit der Infrastruktur austauschen können, um Informationen von Ampeln, Staumeldern oder auch von Wetterdiensten zu bekommen. Wenn dann von Sensoren andere Sensoren beobachten, Abbilder von Abbildern beobachtet werden, in Echtzeit und mit Lichtgeschwindigkeit Informationen gelesen und weiterverarbeitet werden, dann ist der Weg nicht mehr weit zu Utopien und Endzeitphantasien, und der die Idee des Universalmonitors, die der französische Unfalltheoretiker und Philosoph der Geschwindigkeit und Begründer der Dromologie, entwickelt hat. Wird das selbstfahrende Auto ein solcher rollender Universalmonitor werden?  

Mit jedem Sprung in der Entwicklung der modernen Antriebstechnik erhöhte sich die Reisegeschwindigkeit der Fahrzeuge und damit  verringerten sich Raum- und Zeitdistanzen. 

 

 

" Die ungreifbare, nur von glatten Displays gespiegelte virtuelle Welt vermindert generell die Präsenz des Körperlichen und Sinnlichen."

Vom idyllisch vor sich hin tuckernden Schnauferl führte die technische Entwicklung des Automobils innerhalb von hundertfünfundzwanzig Jahren zur bequemen Rennreiselimousine mit vielen kleinen elektronischen Helferlein an Bord, wie dem Automatischen Blockier System,(ABS) der elektronischen Stabilitätshilfe, (ESP) und einer GPS gestützten Navigationshilfe und anderen Komfort und Warneinrichtungen, die meist erst dann eingreifen, wenn der Fahrer nicht mehr reagieren kann und ihn sicher in der Spur halten oder einbremsen wenn er zu riskant unterwegs ist. .Moderne Smartphones und die Vernetzung von Fahrzeugen ermöglichen sie den Sprung zum sich selbst beobachtenden und sich selbst steuernden Fahrzeugsystem von Computern und Kameras und Sensoren auf Rädern, die mit der Umwelt mittels Kameras, Sensoren und dem Internet verbunden fahren. Der nächste Sprung in der technischen Entwicklung des Automobils - macht es uns zu Passagieren eines autonomen Fahrsystems von miteinander im Internet vernetzten Fahrzeugen?  Wird das private my home is my castle Auto zum rollenden Universalmonitor? Ermöglicht dies neue Geschwindigkeitserlebnisse, bei der die Sicht durch die Windschutzscheibe überflüssig.wird, das Auto zum Flugzeug mit Autopilot wird. Was entsteht für eine Realität des Fahrens wenn der Blick auf die Landschaft durch Datenaustausch in Lichtgeschwindigkeit durch einen Weltpanoramablick von Instrumenten, Sensoren, von allen auf alles in der Umgebung ersetzt wird.  Um diese Herausforderung durch neue Realitäten und Geschwindigkeiten zu verstehen, ist es vielleicht nicht ganz unnütz  wenn wir zunächst einmal  ein paar Schritte zurück gehen und auf die Frühzeit der automobilen Gesellschaft zu blicken, auf die ersten Automobile, ihre schon damals für die Zeitgenossen schwindelerregende Geschwindigkeit.

 

 

„Lerne zu reisen ohne zu rasen"

„Das Auto will dem Menschen die Herrschaft über Raum und Zeit erobern, und zwar vermöge der Schnelligkeit der Fortbewegung. Der ganze ungeheure Apparat der Eisenbahn, Schienennetz, Bahnhöfe, Signalstationen, Überwachungsdienst und Verwaltungsdienst fällt hier weg, und verhältnismäßig frei waltet der Mensch über Raum und Zeit....Der Laufwagen, der zu seiner Bewegung weder Zugtiere noch festgelegte Geleise braucht, vereinigt in sich alle Vorzüge des altmodischen Reisewagens und der Eisenbahn, ohne ihre Nachteile zu haben. Er gibt Schnelligkeit, Freiheit, Schönheit in einem."

 

O. J. Bierbaum: Eine kleine Herbstreise im Automobil. In: ders., Yankeedoodlefahrt, 467.

Die Geschwindigkeit der ersten Automobile, die „ununterbrochene Reihe wirklich geschauter Bilder" erleben die Menschen in dieser Zeit aber schon als einen Geschwindigkeitsrausch, der ruhige Blick auf die vorbeihuschende Landschaft wird für manche zum Horrorfilm, erzeugte Schwindel, Nervosität und Angst.

 

Das Erscheinungsbild des neuen Fahrzeugs wird von zwei Typen Fahrern geprägt: dem arroganten, wohlhabenden „Herrenfahrer" sowie dem unverschämten und unkontrollierten „wilden Autler". Die seit der ersten Werbung propagierte Sicherheit des Autos widerspricht der öffentlichen Wahrnehmung, wirbt um das Verständnis für die neuen Möglichkeiten schnell unterwegs zu sein.

Schon 1906 wird in den USA erstmals die heutige Spitzengeschwindigkeit von über 200 km/h erreicht.  1911 fährt der Benz, der Blitzen - Benz  228, 1 km/h und der  Begriff „Tempo" , der noch zur Jahrhundertwende als Bezeichnung eines angemessenen Zeitmaßes  in der Musik verwendet wird, er steht nun für Hochgeschwindigkeit bei der die Fahrer sehr schnell die  Kontrolle über die Geschwindigkeitsmaschinen verlieren. 

 

Dem Autofahrer bieten sich ab einer bestimmten Geschwindigkeit  verwischte und verwaschene Bilder, die auf ihn zu und an ihm vorbei stürzen.   

Beide Technologien, das Internet und das Automobil haben eine von der Realität sowohl abschottende als eine neue Realität kreierende Eigenschaft. Beide versprechen uns Mobilität und Bewegungsfreiheit, beide bilden eine schützende Hülle, im Internet und im Auto sausen wir durch die Welt, sind aber selbst völlig unbeweglich. Beide führen uns in neue Räume und durch die Zeit und Raumerfahrung werden wir in eine Erfahrung von Flow, von Surfen und Rasen geführt und wir verlieren schnell das Raum und Zeitgefühl. Doch beides zusammen schafft eine völlig neue Form von Assozialität. Oder einen rasenden Stillstand. Eine imaginierte Beziehung, die wir nur sehr schwer und meist nur mit Hilfe von künstlicher intelligenz oder Assistenzsystemen kontrollieren koennen. 

DIE PARADOXIE DER AUFKLÄRUNG: RASENDER STILLSTAND.

Die vom Vehikel „durchbohrte“, „vergewaltigte“ Umgebung verliert ihre visuellen, taktilen, akustischen und Geruchs-Qualitäten." so beschreibt uns der Journalist Andreas Kuhlmann  die Gedankenwelt von Paul Virilio.

http://www.zeit.de/1992/16/die-welt-wird-zur-wueste

 

 

Die Dromologie und der rasende Stillstand. Paul Virilio. Der Philosoph der Geschwindigkeit.

 

Der Philosoph und Urbanist, der Schüler von Gilles Deleuze und Maurice Merleau-Ponty war, befasst sich seit über 40 Jahren mit der Geschwindigkeit und ihren Auswirkungen in allen Bereichen unseres Lebens.Er beschreibt in seinen Büchern eine Welt entfesselter Mobilität und die Revolution moderner Transportmittel angefangen bei der Eisenbahn, über das  Automobil und das Flugzeug.

Virilio wünscht sich die Schaffung einer „Universität des Desasters“, die über den Umgang mit schweren Unglücksfällen nachdenken und zukünftige Schäden verhindern helfen könnte. Solange eine solche Einrichtung nicht besteht, forscht Paul Virilio im Alleingang über das „zugleich tragische und aufregende Zeitalter der Moderne“.


In seinem 1992 erschienen Buch "Rasender Stillstand" führt Paul Virilio den Gedanken einer paradoxen allgemeinen Ankunft ohne sichtbare Abreise ein.

 

Vor der Begründung des Zeitungswesens waren Neuigkeiten aus der Ferne vor allem durch den Bericht von Reisenden und Durchreisenden und Heimkehrenden zu erfahren. Und auch nach dem Entstehen von ersten Zeitungen ist der Fluß der Nachrichten aus der Ferne sehr träge und bewegt sich naturgemäß nicht schneller als die Reisenden jener Zeit. Ungefähr zeitgleich mit dem Eisenbahnverkehr entsteht jedoch die Technik der immateriellen Nachrichtenübermittlungmittels, die Telegrafie. Die Telegrafie beschleunigt nicht nur die Verbreitung von Informationen über das Geschehen aus der entfernten Fremde.Sie führte einen tiefgreifenden Wandel des Zeitungswesen herbei, dass sie sich nun auf die telegraphische Nachrichtenübermittlung stützen konnte. Die Zeitungen schaffen nun eine zeitnahe Berichterstattung, indem sie regelmäßig und kontinuierlich über die die Ereignisse in der in der Welt berichten und damit für ihre Leserinnen und Leser die Welt künstlich zu einem kontinuierlich erweiterten Netz von Ereignissen mit Hilfe von Nachrichtenagenturen umbilden.

Die großen Nachrichtenagenturen - Reuters, Havas, Wolff, Associated Press setzen nun alle ihre Berichte zeitgleich  über die in einem zusammengeschalteten Telegrafenetz( circuit) angeschlossenen Stationen an die Zeitungsredaktionen ab und schaffen damit eine Vorform des Broadcasting. Die Zeitung wird auf diesem Wege zu einer telegrafischen Zeitung, zum all-telegraphic newspaper.Sie ist Vorform und sekundäre Abart der primären, großen modernen Massenmedien der heutigen  elektronischen Echtzeit Kommunikation über das  Radio, Fernsehen und die elektronische Datenübertragung im Internet.

Die Welt wird damit telepräsent, sichtbar, beleuchtet, - die Metapher des Lichtes steht ja für die Aufklärung - vorstellbar wäre dann eine Welt, die sich selbst total über sich informieren informieren und sich selbst beobachten und dabei von der Welt, mit sie vernetzt würde, über sich aufgeklärt würde. Telepräsenz, Echtzeitzugang zu einem künstlichen Weltpanorama, und einer virtuellen vernetzten Teilhabemöglichkeit aller an allem- die Aktualität des Hier und Jetzt wird aufgehoben.Es gibt nun nichts Unbekanntes mehr oder Fremdes das aufzuklären wäre, sondern nun produzieren Medienzeichen nur noch andere Medienzeichen, kommunizieren Maschinen mit Menschen und Menschen mit Menschen innerhalb einer offenen Superinternetstruktur,

Es kommt damit zu einer allgemeinen paradoxen Ankunft theoretisch aller Menschen ohne das deren Abreise sichtbar oder angekündigt wird. Integriert und zusammengehalten wird dieses Welt nurmehr vor allem über parasoziale  Kommunikation - über Medien und kaum noch über Gespräche von Angesicht zu Angesicht. Damit hätten wir eine Realität, die wir gemeinsam simulieren.

Wir würden uns aber nicht mehr in der Welt, sondern noch in deren Simulation bewegen, und dabei selbst wie der Bahnreisende vorwiegend bewegungslos sein. In dieser sowohl räumlich als auch zeitlich geschrumpften WELT ist, so Virilio, der logische Fluchtpunkt einer Entwicklung zu sehen, die mit dem Rundbildpanorama einem Kunstwerk, dem Rundbild, einem kreisförmigen Panorama einer Landschaft seinen Anfang nahm. 

Vom Rundpanorama zum CYBERSPACE


 

 

"Als der Porträt- und Miniaturmaler (!)
Robert Barker 1787 bei einem Spaziergang
auf dem Calton Hill ganz Edingburgh zu
seinen Füssen liegen sah, kam ihm der
Gedanke, die herrliche Aussicht in einem
Rundumbild festzuhalten. Mit dieser Idee
einer kreisförmigen Darstellung war das
Panorama geboren, das Barker später
Ruhm und Vermögen einbringen sollte."

 


 

Quelle: http://www.panoramafoto.ch/panorama_geschichte.htm

 

 


" Die Anordnung des Panoramas führte seine Beschauer auf eine im Schatten liegende Plattform inmitten des Gemäldes, während dieses durch Öffnungen im Dach vom Tageslicht beleuchtet wird. Dabei befinden sich die Beschauer so weit von der bemalten Leinwand entfernt, daß sie Farbe und Leinwand als solche nicht erkennen konnten, die Illusion einer Betrachtung aus der Ferne geschaffen wird:  Der Beschauer wird zum beobachtenden Teilnehmer in der Welt des Bildes, er steht diesem nicht bloß gegenüber. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, daß seine Beobachterplattform in die Szenerie einbezogen wird: daß sie bei einer Ansicht von Meer, Küste, und Hafenstadt zum Beispiel als Deck eines Schiffes gestaltet ist.(...) Das Rundpanorama ist ein grandioses Stilleben. De facto haben sich die Panoramisten jedoch keineswegs auf unbewegte Szenen beschränkt. Denn die Unbeweglichkeit, die "Totenstarre" des Rundpanoramas hat vielmehr gerade den Wunsch nach dargestellter Bewegung hervorgerufen bzw. gesteigert. Das von Daguerre entwickelte Doppeleffekt - Diorama zielte deshalb darauf, diese Manko wett zu machen und gerade transitorische Momente - die Veränderung des Lichteinfalls und damit des Schattens , die Wolkenbewegungen am Himmel, das Fließen des Wassers, das Kommen und Gehen von Menschen usw. sichtbar zu machen. (...) Der Bewegungs- und Reisecharakter wurde jedoch noch gesteigert, die Illusion perfektioniert in einer weiteren Entwicklung der Panoramatechnik. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts konnte das Moving Panorama das Rundpanorama in der Publikumsgunst weit überflügeln. Der Blick des Publikums war bei dieser Vorführungstechnik auf einen Rahmen gerichtet, hinter dem ein langer Leinwandstreifen vorbeigezogen und dabei von einer aufrecht stehenden Trommel auf eine andere gewickelt wurde- eine Vorwegnahme der Kinoleinwand  und des Fernsehgroßbildschirmes.(...) Obwohl das moving panorama als Pausenfüller im Theater schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts verbreitet war kam sein Durchbruch erst 1846 mit dem Missisippi - Panorama des Amerikaners John Banvard. Die kontinuierliche Bewegung der Leinwand - sie hatte eine Länge von ca. 400 Meter - erzeugte eine Illusion einer Fahrt auf dem Missisippi, so als säße man auf einem Flußdampfer. Banvard stand auf einer Bühne vor dem Bild und führte die Zuschauer mit seinem schrägen Humor , manch gefälligem vom Klavier untermalten Lied durch die Landschaft dieser Augenreise. Dieses Format einer moderierten Unterhaltungsshow wurde zum Standard der beweglichen Panoramen ...  Geringe Eintrittspreise machten es einem Massenpublikum zugänglich, und schnell trennte sich eine eine nach künstlerischen Maßstäben argumentierende Kritik von den Bewertungskriterien für den Erfolg beim Publikum."(Harald Wenzel)

Panorama Bild  "LONDON FROM THE ROOF OF ALBION MILLS" (1793). //

 

 

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Das Asisi Panometer in Leipzig

lässt uns heute wieder nachvollziehen,  wie beieindruckend begehbare Panoramabilder - hier die Darstellung der untergegangenen Titannic auf dem Meeresgrund ist. Wenn man ein parasozialer und imaginierter Teil des Panorama Bildes wird und sich in das Bild einfuehlen kann. 

Vom Rundpanometer zum Bildschirm runter scrollen...

Vom Rund- Panoramabild führt der Weg zu den laufenden Bildern des Kinos zu Radio und Fernsehen und zum Internet. Egal ob beim Radio, Fernsehen oder Internet sind wir -  wie im Rundpanorama oder wie Bahnreisende - bei der Nutzung der heutigen Echtzeitmedien vorwiegend bewegungslos. In dieser bereits räumlich und zeitlich "geschrumpften Welt ist der logische Fluchtpunkt einer Entwicklung denkbar, der mit der Reise in der Eisenbahn und der dort einsetzenden Verknüpfung von Verkehrsmittel und Kommunikationsmittel - Telegrafenstangen an der Strecke - und mit dem Rundpanorama Bild beginnt. Wir werden uns, so Virilio, zukuenftig nicht mehr in der Welt bewegen, sondern nur noch in ihrer "geschrumpften" Simulation -wobei eben "Schrumpfung" gleichzeitig auch "Ausweitung" ermöglicht.

Bereits heute existieren im Auto zahlreiche elektronische Helferlein wie Geschwindigkeitssensoren, Stabilitätsprogramme, die verhindern, dass das Auto aus der Kurve getragen wird,  Abstandswarner oder eine automatische Notbremsfunktion.

Regensensor, Kurvenlicht, Müdigkeits- und Verkehrszeichenerkennung, Vorlese-Funktion für Nachrichten, Info- oder Entertainment. Verschiedene Assistenzsysteme lotsen uns durch den Verkehr, sie  halten automatisch die Spur, die Geschwindigkeit, den Abstand zum Vordermann ein. Digitale Karten und GPS-Daten, auf die man sich unterwegs gern verlässt, sind aber noch zu ungenau. Sie können bis zu zehn Meter abweichen....

Ungelöste technische Probleme sind eine Sache, die Akzeptanz bei den Kunden eine andere.

 

Beim computergesteuerten Pkw gibt es neben den technischen Hürden aber auch eine psychologische Hemmschwelle. Entscheidend für den Erfolg der Systeme ist deswegen vor allem die Bereitschaft und der Wunsch der Autofahrer, die Kontrolle an das Auto abzugeben.

 

 

Damit das Auto diese Situation dann überbrücken kann und über das Internet als "Universalmonitor"  der Welt sich schnell finden und sich selbst steuern kann, dazu müssten sich aber auch die Autos untereinander und mit der Infrastruktur austauschen können, um Informationen von Ampeln, Staumeldern oder auch von Wetterdiensten zu bekommen. 

  

Mit dem Universalmonitor, in dem alles mit allem verbunden ist und sich gegenseitig alle beobachten, in diesem "Internet aller Dinge"(Internet of everythings) und eine Verbindung aller Monitore und Kameras und Sensoren - könnte, ein künstliches Abbild der realen Welt entstehen, die damit als realer Ort kaum noch von ihrer Kopie zu unterscheiden wäre. Dies ist in short die Theorie des Universalmonitors, einer neuen Welt in der Welt, in der wir bereits leben und mit der wir wir weiter leben werden, das meint der französische Philosoph Paul Virilio, den ich über eine Zusammenfassung seiner Theorie, oder einer Interpretation seines Inhaltes in dem Buch  "Die Abenteuer der Kommunikation" von Harald Wenzel wieder entdeckt habe:  

 

Der Berliner Soziologe HARALD WENZEL beschreibt in seinem Buch "Die Abenteuer der Kommunikation" den neuen Handlungsraum, den die Echtzeitmassenmedien, Zeitung, Radio, Fernsehen ermöglichen und das Internet das nun alles zusammenfasst, was es vorher schon gab und dabei interpretiert er den  Universalmonitor von PAUL VIRILIO gänzlich neu. Gestützt auf Virilio und die amerikanische Soziologie von Park, Parsons, entwirft er mit Hilfe ein es soziologischen Äquivalentes des Mikroskopes, das er den Arbeiten von Harold Garfinkel entnimmt ein positives Forschungsprogramm für die Echtzeitmassenmedien Zeitung, Radio, Fernsehen und das Internet. 

 

 

Moderne Echtzeitmassenmedien wie Zeitungen, Radio, Fernsehen, Internet ermöglichen uns durch die Überwindung von Distanzen die Positionen und Perspektiven anderer weit entfernter Menschen zu übernehmen und an deren Erfahrung Live teil zu habenDie Echtzeitmassenmedien wie das Fernsehen können Barrieren und Distanzen überwinden, diese Vermittlung aesthetischer Erfahrungen fördert damit die soziale Integration von Gesellschaften, und erweitert sie, überwindet Grenzen und Religionen und Distinktion und Lebenstile. Diese neue vergrößerte great Community im Weltfernsehinternetorbiter und dem FacebookKontinent oder dem WELTRAUM Google Orbit einem neuen Raumerlebnis, wo wir wie Gott oder Astronauten auf unseren Planeten zoomen können, bis wir die Nachbarn im Garten beim Sonnenbaden sehen können, dieser Raum  entstand aber nur aus dem technischen Abenteuer der Kommunikation beginnend mit Medien wie Zeitungen heraus. Der nächste Schritt auf das Kino und Rundfunk und Fernsehen sind - just a jump to the next level- vernetzte Echtzeitmassenmedien, die sich zum Universalmedium Internet, dem vernetzten Smartphone und anderen Gegenständen, wie dem selbst fahrenden Auto nun anschicken zum Netz aller darin vernetzten Dinge zum  Das  Internet of everything zu werden. Alles kommuniziert mit allem in Echtzeit.  Kameras und Sensoren steuern Prozesse und kommunizieren direkt miteinander. Eine neue Wirklichkeit entsteht. Wie kann man diese Entwicklung nachvollziehbar machen? Was passiert da wirklich? Was macht das mit uns? . Mit der Zeit ? Mit der Beschleunigung?  

"Der Blick durch das Zugfenster oder die Windschutzscheibe oder auf den Bildschirm gleichen einander. "                                                                             Wer die Autonomie von Echtzeitkommunikationsmedien begreifen will, kann damit schon bei der Reise beginnen und nicht erst bei Radio und Fernsehen."                                                                                                                                                                                (Harald Wenzel)    

 

Die traditionellen Bedeutungen aller Dinge werden sich dadurch verändern, ein Auto ist dann kein Auto mehr, sondern wird zum rollenden Teil des Universalmonitors, ein Bild eines Mediums nurmehr eine Auswahl aus einem Meer von unendlichen Möglichkeiten von Bildern und die Reise würde zu einer translokalen (Reise) Erfahrung, die der  virtuellen Realität einen aktiven autonomen und paradoxen, unkontrollierbaren Eigensinn verschaffen würde.


Von der raumfressenden Eisenbahn führte der Weg der Beschleunigung uns zum Automobil und zum Flugzeug, zum Überschallkampfjet, der knapp über der Erde fliegend, von einem blinden Cockpit, über einen künstlichen Horizont, von einem Computer geflogen wird.

 

Der Pilot sitzt abgeschottet von realer Erfahrung in einem blinden Cockpit, indem das elektronische Bild aller gesammelten Flugdaten und der geografischen Simualtionsdaten die echte Realität tatsächlich ersetzt.


Der Pilot bewegt sich in einem Simulator durch die Realität, er muss sich völlig auf die Medien, seine Monitore, seine Instrumente verlassen. Mit dem Internet und den Möglichkeiten, die uns durch die Steuerung von früher Cruise Missiles und heute Drohnen und via Google Earth uns allen zur Betrachtung der Welt im Internet geboten werden, durch die Datenübertragungsmöglichkeiten von Geräten zu Geräten in Lichtgeschwindigkeit,  haben wir ein paradoxes künstliches Rundpanorama, eine Simulation der Welt heute bereits geschaffen.

Eine Omnivision.

Historisch abgeleitet entwickelte sich anstelle der Fahrt oder des Fluges oder anderer Verkehrsmittel in Verbindung mit Kommunikationsmitteln schließlich eine sich selbst beobachtende technische Infrastruktur von kommunizierenden Echtzeitmassenmedien und Dingen.Der Universalmonitor.

Hinter dem Universalmonitor steht natürlich ein schockierender totalitärer Gedanke:

Was wäre, wenn wir alles Unsichtbare sichtbar machen, ein totales Bild in allen Farben zeichnen, die totale Liveübertragung durch Vernetzung aller Kameras, Mischpulte und und Monitore betreiben würden? Tja. Dann würden wir eigentlich nur mehr Aufklärung im radikalen Sinn betreiben, denn es gibt kein Geheimnis, keinen toten Winkel oder verborgene Ecken mehr.

Nun wird die ganze Welt- einschließlich ihrer gespeicherten Vergangenheit zugänglich und mit der Möglichkeit zur Simualtion möglicher Zukünfte, wird simultan ein Rechenmodell der Welt entstehen, dass uns als virtuelle Weltpräsenz in Echtzeit gegenübertritt. Sie besteht nun nicht mehr in der Repräsentation, in rationaler Erkenntnis, oder erlaubt gar eine technische Beherrschung dieser Maschinerie, dieser künstlichen REALITÄT. Das Weltbild auf  bzw. im Universalmonitor ist das logische Paradox der Aufklärung, ist das Bild in Echtzeit, in jener Zeit also, die nunmehr den Vorrang vor der realen Zeit hat. Die Virtualität erschüttert die Realität, es kommt zur paradoxen Präsenz, zum rasenden Stillstand,  wenn der elektronische Tag im Universalmonitor angebrochen ist.

Wenn man das ganze Bild und die Zukunft der Digitalisierung und des Internet sehen will, muss sich den Universalmonitor von Virilio vorstellen können, wo Maschinen andere Maschinen beobachten können.

 

 

"Ich glaube das wir eine Grenze erreicht haben und die Weltzeit in der Tat das Ende der Zeit ist, um nicht zu sagen das Ende aller Zeiten, das Wort 'Apokalypse' will ich nicht benutzen. Wir haben in jeder Hinsicht die Grenzgeschwindigkeit der elektromagnetischen Wellen erreicht. Damit haben wir nicht nur die befreiende Geschwindigkeit erreicht, die uns erlaubt, einen Satelliten oder Menschen in eine Umlaufbahn zu schiessen, sondern auch die Mauer der Beschleunigung. Das heisst die Weltgeschichte, die sich ja staendig beschleunigt hat, von der Aera der Kavallerie ueber die Aera der Eisenbahn, des Telephons, die Aera Marconis, bis zur Aera des Radios und des Fernsehens, stoesst jetzt an die Mauer, an die Grenze der Beschleunigung. Die von Ihnen gestellte Frage ist in der Tat, was geschieht in einer Gesellschaft die an die Grenze der Beschleunigung stoessst, waehrend doch alle Gesellschaften der Vergangenheit im Bezug auf den Fortschritt, von der Art und Weise ihrer Beschleunigung bestimmt waren? Beschleunigung nicht nur bezogen auf Speicher- und Rechnerleistungen, sondern auf das Handeln.
Wir wissen doch, dass man heute eigentlich nicht mehr nur von 'Tele-vision' sprechen kann, sondern von 'Tele-aktion' sprechen muss. Interaktiv bedeutet hier sein, aber gleichzeitig anderswo handeln. Ich meinerseits habe Zweifel, ob diese Frage heute so gestellt wird. Sind wir uns dessen bewusst, dass damit ein globaler, historischer Unfall ausgeloescht worden ist. Jedesmal wenn eine neue Geschwindigkeit entdeckt wurde, entstand auch ein neuer spezifischer, lokaler Unfalltypus. Ich sage immer, man hat die Eisenbahn erfunden und damit auch das Entgleisen. Schiffe, die Titanic, sinken an einen bestimmten Ort, an einen bestimmten Tag. Wir aber schafften mit dieser Einheitszeit, dieser Echtzeit, Weltzeit, den Unfall der Unfaelle, um mit Epikur zu sprechen. Das heisst, die historische Zeit selbst erleidet den Unfall durch das Erreichen dieser Grenze der Lichtgeschwindigkeit, koennte man sagen. Mein Eindruck ist, dass das, was man uns als Fortschritt der Kommunikation praesentiert, in Wirklichkeit nicht nur ein Rueckschritt, sondern ein unglaublicher Archaismus ist. Die Welt auf eine einzige Zeit zu reduzieren, auf einen Zustand, in dem sie keine Beschleunigungssysteme mehr entwickeln kann, ist ein Unfall ohnegleichen, ein historischer Unfall wie es ihn nie gegeben hat. Wie es Einstein hoechst treffend nannte, 'eine zweite Bombe'. Die erste Bombe war die Atombombe, die zweite ist die Informationsbombe, naehmlich die Bombe welche uns die absolute Zeit, die Grenzzeit, um nicht zu sagen die Nullzeit, d.h. die Echtzeit bringt. Ich glaube, das was Sie ueber die Rechenleistung sagen gilt auch fuer die Faehigkeit, die Welt zu sehen, die Faehigkeit sie zu gestalten, sie zu lenken, aber auch sie zu bewohnen." (Paul Virilio im Gespräch mit Friedrich Kittler aus: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/LEHRTEXTE/KittlerVirilio.html 1995)

 


Die Welt, auf die wir in Virilios Beschreibungen zusteuern oder vielmehr zurasen, ist eine fast schwerelose, auf den Augensinn reduzierte und damit nahezu entsinnlichte. Die „Wolke“ oder „Cloud“ – als ort- und materieloser Daten Speicher und schier unbegrenzter medialer Informationen – steht heute nicht nur als Sinnbild und Metapher für einen Endpunkt dieser Entwicklung, sie ist Realität.Virilio sieht das gelassen, er sieht hier nämlich keinen Schrecken, sondern für ihn ist radikale Aufklärung lediglich eine Fortführung der Paradoxie der Aufklärung. „Ich halte es mit Winston Churchill, der sagte, ein Optimist sehe in jeder Schwierigkeit eine Chance.“Aus der beschriebenen verwobenen Geschichte der Kommunikationsmittel und der Verkehrsmittel, wird nachvollziehbar, dass eine Kontrolle der technischen und in deren  Folge davon ausgelösten sozialen Innovationen unmöglich wird und es daher weder mächtigen Weltsouverän noch irgendeinem Mythos oder einer anderen Macht es schlicht unmöglich sein wird, diesen Universalmonitor zu kontrollieren und uns alle zu manipulieren. 

 

Die Medialisierung und die Entwicklung der Medien zu Echtzeitmassenmedien - den technischen und sozialen Prozess, die Transformation sollten wir daher nicht mehr länger nur kulturpessimistisch deuten. Das Schreckensszenario weltweiter Überwachung aller durch ein paar wenige wird so nicht eintreten, sondern als Gegenbewegung werden viele auch diese wenigen beobachten können. Der Universalmonitor, der aus beiden Blickrichtungen entsteht, dieses  Super Massenmedium der Zukunft führt eben nicht in den Untergang der Kultur , sondern bereits heute ist das Ergebnis dieser  "normalen" Entwicklung die Paradoxie. Sie entsteht aus Aufklärung.Das Umschlagen der Aufklärung in eine neue Knechtschaft der Menschen, wie er z.B. in der "Dialektik der Aufklärung" von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer beschrieben wird, oder in eine reine Kontrollgesellschaft, wie sie mit der Macht und Gefängnis Metapher von Michel  Foucault beschrieben wird, solche kulturpessimistischen Perspektiven auf Echtzeitmassenmedien und das Internet und die Digitalisierung sind aus meiner Sicht nur verkürzte und eingeschränkte Perspektiven auf die Entwicklung zum Universalmonitor. Viele sehen aber nur den split screen, die Hälfte des ganzen Bildschirm, den der Universal Monitor zeigen wird. Das ganze Bild der neuen Medien Welt, die aus der radikalen Aufklärung heraus entsteht, ist eine paradoxe Welt. Bereits heute ist ihre Paradoxie erkennbar und damit wird der Universalmonitor wahrscheinlicher, vieles ist heute bereits technisch möglich, wenn digitale Assistenten für uns tätig sind und das Netz durchsuchen. Man braucht Virilios Pessismismus und Wenzels Optimismus nicht zu teilen,  doch es ist kaum zu bestreiten, dass das was technisch möglich ist,  wenn die mit Lichtgeschwindigkeit übertragenen Informationen, Daten und Bilder über die vernetzen Kameras und Sensoren die schon heute im Netz sind, sich gedanklich bereits sich zu einem digitalen Weltpanorama zusammen fügen lässt, das unsere erweiterte Realität nur mehr dort abbildet, aber es keinen Menschen gibt, der dieses Bild erfassen oder gar verändern kann. Das Internet kann aufgrund seines systematischen  Eigensinnes aber eben nie hermetisch abgeschlossen sein, und damit ist die Hoffnung verbunden, dass es damit keiner wirklich kontrollieren koennen wird. Wenn Bildschirme und Kameras, die sich wechselseitig selbst beobachten, eine neue Realität erzeugen können, dann werden nur Maschinen, diese Realität beobachten und erfahren können.Wir lernen mit Virilio und Wenzel besser zu verstehen, dass der Universalmonitor eben gleichzeitig immer beides sein wird. Bild und auch eine Kamera sein wird, die den Betrachter und das zu betrachtende in ein bild zwängt. Wie heute bei einer Skype Konferenz, man eben schon gleichzeitig über die visuelle Oberfläche des PC Bildschirmes für andere Betrachter sichtbar ist, man gleichzeitig zum Beobachter aber eben auch beobachtet wird. Der Universalmonitor baut mit seinen Aufzeichnungsprozessen die Möglichkeit ein dass er selbst aufgezeichnet werden kann und daraus entsteht eine neue höhere Realität.                                                                                                                 Gehen wir nun gedanklich auf die bereits heute bestehende Kommunikations- Sende- Empfangs -Infrastruktur des Fernsehens, des Kinos, oder  der Fahrt mit der Bahn oder dem Auto zurück. Dort wird bereits deutlich, dass wir - bereits heute - solch eine eigensinnige paradoxe und autonome Ordnung von Personen, von Gesellschaften, von Kulturen sichtbar vor uns haben, die aufgrund ihrer Eigenlogiken von Echtzeitmassenmedien Fernsehen und Internet und Social Media bereits deutlich erkennbar weder vorhersehbar noch kontrollierbar ist. Es kann zu Unfällen und Kontrollverlusten kommen. Andererseits engen aber auch weder die Echtzeitmassenmedien und die Transportmittel unsere Autonomie und das Angebot, die Meinungsvielfalt und die Inhalte aber eben auch nicht ein, sondern  eröffnen uns größere Möglichkeiten zur Teilhabe, Möglichkeitsräume und virtuelle Welten entstehen, die wir als aktive Beobachter und Nutzer - im wahrsten Sinn des Wortes erfahren - können. 

Es gibt bereits heute eine neue Realität, die aus einer  Verselbständigung von Kommunikationen im Netz auf den Plattformen und mit Social Media entsteht. Da die Aufklärung ein bildgebender Prozess war und ist, dessen Bild aus einer eine Erforschung, einer kuehle und kuehnen, rationalen und emphatischen Beobachtung der Natur und der Gesellschaft entsteht und durch eine Kommunikation weiter gegeben, verändert, geteilt, wird. Die Aufklärung, die das bisher unbekannte erschloß, das Neue zeigt und dazu Zeichen, Bilder, eine neue Begrifflichkeit und eine neue Sprache benutzte. Denkbar und wahrscheinlich ist, dass sich die Aufklärung und die Medien, Maschinen, und bildgebende Daten und der Daten erzeugende technische Prozess sowohl durch Massenmedien und Verkehrsmittel bisher nicht stoppen läßt. Vielleicht gibt es aber solch einen vorläufigen Endpunkt, nämlich dann, wenn ein Universalmonitor entsteht, der es schaffen würde ein Bild vom Bild, eine reine Zirkulation von Zeichen und  Symbolen von Kommunikationen zu sein. Das kann man sich vielleicht nur schwer vorstellen, doch dann entstünde eine komplette virtuelle Realität, und sogar gleichzeitig neben der unsrigen von heute, die aber unsere Realität in weiten Teilen mit einschließen kann, so wie heute eben Wechselwirkungen zwischen der analogen off und digitalen Onlinewelt  entstanden sind. Und doch wäre es nur eine Simulation, denn beide Welten sind füreinander nicht erfassbar. Unerklärt. Etwas dass sich nicht spiegeln lässt, oder für das es keinen code gibt. Die neue Realität, die wir mit Kommunikation von Beobachtungen und durch Kameras und Sensoren erzeugen werden, die mit unserer Originalwelt vernetzt und verbunden ist wäre unendlich weit. Wie das Universum. Unbeherrschbar.

Wer könnte wirklich entscheiden, wer hier wen beobachtet? Der Prozess der Aufklärung- das wird deutlich erkennbar- er führt zur Paradoxie der Aufklärung, weil sie mit der Aufklärung ueber sich - sich selbst aus den Augen verlieren muss, damit ihren Ort, ihren wirklichen Gegenstand durch Verdopplung oder Verdreifachung der Welt reproduziert und möglicherweise verändert.                                               Diese Vorstellung eines Universalmonitors, diese Kombination von Monitor und Kamera gleicht einem Internet Terminal, dem eine Webcam aufgesetzt wurde. Technisch möglich. Wenn man sich nun lauter vernetzte Terminals mit aufgesetzten Webcams, lauter vernetzte sich gegenseitig beobachtende Fahrzeuge und miteinander kommunizierende Gegenstände vorstellt, dann wird klar, dass ein solches elektronisches Netzt von Apparaturen nurmehr elektronisch "sichtbar werden" kann. Es ist eine künstliche in vielen Perspektiven von Medien gespiegelte vergrößerte Welt- neben der realen Welt. Diese Simulatoren des durchquerten Raums sind damit aber - so Virilio natürlich auch Simulatoren der Durchfahrzeit. Die Motoren, Generatoren von Geschwindigkeit und Bildern, die beim Fahren beim Blick durch die Windschutzscheibe oder beim Blick aus dem Fenster des ICE entstehen, sie sind nicht mehr Mittel zum Transport der Passagiere als vielmehr auch Mittel zur Phasenverschiebung und Entsynchronisierung der Zeit - nicht nur des Benutzers.Der Universalmonitor - so verstehe ich die Arbeit von Virilio,  wird aber weder ein Rundpanorama der Welt liefern, die wir virtuell begehen können, oder per google view ansehen können, und auch keine Mattscheibe sein, die lediglich die Welt abbildet. Der Clou von Virilios Gedanken Universal Monitor liegt darin, dass Maschinen, die andere Maaschinen beobachten, kaum noch die Kraft haben werden uns Menschen - wie die heutigen Medien zu manipulieren. Die faktische Unkontrollierbarkeit der Verbreitung und Speicherung von Informationen im Internet zeigt die Entwicklung auf, die irgendwann zu Virilios Universalmonitor führen wird. 

 

Der Blick in die Glaskugel. Spekulationen über die Motive der Autofahrer auf dem elektronischen Leitstrahl. Aber auf hohem Niveau.Eine typische Medien Expertendebatte über Chancen und Risiken des rollenden Universalmonitors: Die Technik kann heute schon sehr viel, aber je komplexer die Fahrsituationen werden...

Das Auto selbst wird mit Hilfe von Connected Car Technologien, durch Internet Radio und Handy- Technik nun selbst zu einem Medium, dass Nachrichten empfangen und weiter geben kann, es stellt selbst elektronische Daten her, die es sammelt und weiter gibt. Noch kann es aber nicht selbst die Bedeutung einer Fahr - Situation erfassen.  Das bedeutet, dass das Auto die komplexen Vorgänge im Straßenverkehr, selbst begreifen muesste, um das sichere Navigieren zu gewährleisten, doch alle möglichen Situationen und die richtige Lösung zu programmieren, das denkende und bewertende Auto- das wirklich autonom fahrende Auto ist noch nicht in Sicht. 

Parasoziales Vertrauen in die Zukunft.

Der Schlüssel zum Optimismus liegt im Verständnis der über Echtzeitmassenmedien geleisteten Integration der digitalen Gesellschaft, in der der Zusammenhalt der Gesellschaft, die Bindung zwischen den Menschen über Parasozialität, über ein medienvermitteltes parasoziales Vertrauen erfolgt.   In Parasocial Media we trust.   

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In Parasocial Media we trust. Parasoziales Vertrauen und Informationsgesellschaft
Power Point Folien meines Impulsbeitrages bei den 8.Interdisziplinären Leipziger Gesprächen - Wege des digitalen Wandels im Paulinum der Universität Leipzig 30.1.2015
Parasozialität In parasocial we trust. L
Microsoft Power Point Präsentation 6.5 MB
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Die Abenteuer des medienvermittelten Vertrauens in der Hochmoderne. Parasozialität in Big und Smart Data Public Relations
Warum sollten sich Informatiker mit dem Forschungsprogramm zur Entwicklung einer soziologischen Theorie der Parasozialität beschäftigen. Ganz einfach, weil das Nutzerverhalten eben nicht aus dem Verhalten eines Users und dem dahinter steckenden Menschenbild eines Ich- Kernes erschlossen werden kann, sondern weil durch die Technik der Digitalisierung die Figuration, die Vernetzung des Users mit anderen Usern und die Gewinnung des Vertrauens dieser Nutzer für den Erfolg eines IT- Projektes von entscheidenter Bedeutung ist. Im Vortrag werden die Defizite der bisherigen Anstrengungen soziologischer Forschung zur Entstehung von Vertrauen durch die Echtzeitmassenmedien, Zeitung, Radio, Fernsehen und eben nun dem Internet und der Social Media Plattformen herausgearbeitet und ein positives Forschungsprogramm skizziert.mit dem die Akzeptanz für die Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft erhöht werden kann.
Vortrag Leipziger Gespräche Final.pdf
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Kluge Ableitung eines schwierigen uneindeutigen Begriffes.
Ein Aufsatz von 13 Seiten über den Grund warum wir mit unseren Autos, Computern und anderen Gegenständen reden.
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