Schöne neue Welt- Mein Auto wird selbständig

Recherche und Beifang meines Vortrages: "Mein Auto hat ein schlechtes Gewissen" den ich aus medizinischen Gründen nicht halten konnte.

Auf der letzten IAA in Frankfurt ermöglichte die Absage einiger Hersteller genügend Raum in der Halle 3.1 um New Mobility zu präsentieren. Mit  Symposien und erweiterten Fachzirkeln sponsored by VDA und der putzmunteren Sharing Economy wurde gezeigt, erfahrbar gemacht und auf vielen Folien präsentiert, wie vernetzte Mobilität und das teilautomatisierte Fahren den automobilen Habitus der Gesellschaft und die Beliebtheit der Rennreiselimousine eingedämmt werden könnte. Ein Schwerpunkt war das heute schon "technisch machbare" - das mehrheitlich von Ingenieuren und Marketing begeistert vorgestellt wurde.

 

Und  bis 2030 wird es realisiert.

Das Automatisierte Fahren bei Null Unfällen.

Können aber  technischen hilfen zum  Einparken und Internetportale auf dem der ÖPNV mit Angeboten des Individualverkehrs, und der Bahn vernetzt werden sollen,  aber wirklich eine Verhaltensänderung bei uns den Kunden bewirken?                                  Die  Abstimmung darüber wird per Kaufvertrag entschieden. Die seit 130 Jahren gewachsene Wahlverwandtschaft der Automobilität mit der Moderne, wird sie damit aufgekündigt? Gewinnen wir wieder mehr Raum für andere Verkehrsmittel in den Städten und Ballungszentren? Wie groß ist die Macht der Phantasie der  Automobilitas, und die Sehnsucht und dem Wunsch nach Selbstbeweglichkeit als Paradox der automobilen Gesellschaft? Solche Fragen wirken störend, wo doch junge startup Unternehmen für Taxi Dienstleistungen Millionen an Gründerzuschuss an der Börse einsammeln und die  Shared Economy Revolution beschlossene Sache ist. Der Vorstandsvorsitzende von Mercedes verkündete, dass man sich nicht mehr als reiner Automobilproduzent zu verstehen habe, sondern als Mobilitätsdienstleister der Zukunft, ist man jetzt ganz auf Linie und auf Augenhöhe mit Konzernen wie  Google und Apple Interessant ist auch die Position der Versicherungen, die von einem  Referenten des Gesamtverbandes deutscher Versicherungswirtschaft (GDV) auf dem 13. Hessischen Mobilitätskongress beschrieben wurde. Die Haftung sei nicht wirklich das Problem beim teilautomatisierten Fahren denn deren Schäden seien durch den versicherungsrechtliche Rahmen der Haftpflichtversicherungen eigentlich ausreichend abgedeckt.

 

Wie glaubwürdig ist dieser  Paradigmenwechsel in der Strategie und im Selbstverständnis der Autoindustrie, der mit dem Sloganwechsel - weg von der "Freude am Fahren" (BMW) hin zur "Freude an der Entlastung beim Fahren" vollmundig angekündigt ist? 

Alle diese zutiefst widersprüchlichen Impulse und Phänomene wollte ich mit meinem für den 13.11.2015  geplanten Vortrag auf dem 23.VSVI Verkehrssymposium in Mainz mit Rückgriff auf Ulrich Beck und dessen Begriff der Risikofeststellung behandeln,  doch dann kam ein  Fieber Infekt und die  Stimme fehlte völlig, so dass ich den Vortrag mit dem Titel "Mein Auto hat ein schlechtes Gewissen" leider   nicht halten konnte.

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Bilder aus Power Point Vortrag Mein Auto hat ein schlechtes Gewissen
Folien und Bilder zum Vortrag "Mein Auto hat ein schlechtes Gewissen" .
Alfred Fuhr VSVI Vortrag Folien.pptx
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Mein Auto hat ein schlechtes Gewissen.
Text Redemanuskript
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